Der MTV verspielt den Aufstieg (oder vielleicht doch nicht?)- Fredenbecks Torhüter Sebastian Spark macht den Unterschied

Fredenbeck. In einem nervenaufreibendem Spiel hat der MTV Großenheidorn beim VfL Fredenbeck 26:31 (14:16) vor mehreren hundert Zuschauern verloren und den Aufstieg in die 3. Liga verpasst. Der Fredenbecker Sieg war ohne Frage hochverdient. Es war eine schlechte Leistung des MTV, viele Fehler, ein zu oft druckloser, nicht entschlossen genug spielender Angriff gegen eine aggressive, gute Abwehr. Den größten Unterschied machte der Torwart. Da stand bei Fredenbeck mit Sebastian Spark der Unterschied im Kasten, er hielt seine Mannschaft mit an die 20 Paraden im Spiel. Es war Spannung pur, in der zweiten Halbzeit wechselte der Aufstieg zeitweise von einer Seite zur anderen. Das Spiel litt allerdings unter teilweise überforderten Schiedsrichtern. Bestes Beispiel: Der Spielbericht wurde von den Schiedsrichtern genehmigt und geschlossen, und zwar mit dem Endstand von 30:26. Dem hat dem Vernehmen nach niemand vom VfL widersprochen, laut Tabelle beim HVN steigt somit der MTV auf. Mal abwarten, wie der Handball-Verband Niedersachsen entscheidet.

MTV-Coach Stephan Lux sah seine Mannschaft vor allem in der 2. Halbzeit benachteiligt. „Die Mannschaft sitzt in der Kabine und fragt sich, was mit ihr gemacht wurde“, so Lux. Das bezog sich vor allem auf die Schlussminute, als die Unparteiischen jeweils andere Entscheidungen trafen und Fredenbeck die Situation ausnutzte. „Der eine da lang, der andere da lang“, sagte Lux. Aber allein an den Unparteiischen, so überfordert sie auch waren, mochte Lux das nicht festmachen. In der ersten Analyse sah Lux zu wenig einfache Tore seiner Mannschaft, die nicht immer wie gewünscht durchgekommen sei. Maurice Nolte und Julius Bausch kamen nicht wie gegen TV Bissendorf-Holte ins laufen, wurden fast immer sofort angegangen und gestoppt. „Wir haben aus dem Rückraum keine Power, brauchen Durchbrüche“, sagte Lux.

Die Ausgangslage war klar, den Seeprovinzlern reichte eine Niederlage mit vier Toren, Fredenbeck musste hoch gewinnen. Jonathan Semisch erzielte in der 2. Minute mit dem 1:0 für den MTV das erste Tor im Spiel. In der 5:1-Abwehr der Gäste spielte Julius Bausch den vorgezogenen. Paul Schuler scheiterte in der 5. Minute mit einem Tempogegenstoß am Torhüter, Jonathan Semisch aus dem Rückraum ebenso. Fredenbecks Torhüter Sebastian Spark hatte bis zur 6. Minute bereits vier Paraden, der MTV geriet 2:5 (8.) in Rückstand. Bausch musste für zwei Minuten raus, für ihn füllte Maurice Nolte nach abgelaufener Zeit auf und verkürzte gleich auf 6:7 (13.), Jakob Appel glich zum 7:7 (14.) aus. Nach 18 Minuten wechselte Lux für den bis dahin glücklosen Szymon Wagner Lars Pommer ins Tor. Der hatte dann gleich mal zwei Paraden, wurde dreimal im Gesicht getroffen und musste in Halbzeit zwei wieder raus.

Der VfL-Torwart mit einer herausragenden Leistung war der Grund, warum die Gäste noch nicht deutlich auf und davon gingen. Ansonsten eine ausgeglichene Begegnung auf einem guten Niveau. Mit seiner Abwehr, insbesondere was die Kreisanspiele angeht, dürfte Lux aber nicht zufrieden gewesen sein. Der Angriff scheiterte ein paar mal zu oft am Torhüter, da waren die Abschlüsse nicht immer so energisch wie nötig. Das Ergebnis war der unbefriedigende 14:16-Rückstand zur Pause. Nach dem Seitenwechsel fand der MTV im Angriff zunächst nicht richtig ins Spiel, 15:18 (34.), 16:19 (37.), der MTV geriet in gefährliche Bereiche.

Fredenbecks Abwehr stand gut und ließ nicht nach, auch nach 40. Minuten fehlte dem MTV der nötige Druck. In der 44. Minute war es soweit, nach einem Siebenmeter lag der MTV 18:22 hinten. Fredenbeck brauchte einen Sieg mit fünf Toren, jetzt war der MTV richtig gefordert. Die aggressive Abwehr der Gastgeber ließ nicht viel zu, Heidorn verlor den Faden, beim 19:25 (47.) waren sie draußen. Nach 55 Minuten war Heidorn beim 23:27 wieder drin, die Spannung wuchs ins unermessliche. Es stand beim 24:28 (59.) auf Messers Schneide, Nolte verkürzte per Tempogegenstoß auf 25:28 (59.). Beim 25:29 war noch eine Minute zu spielen. Noch neun Sekunden beim 25:30, Lux nahm eine Auszeit. Es folgte der letzte Heidorner Angriff, es entstand eine unübersichtliche Lage. Maurice Nolte sah nach dem letzten vergebenen Wurf die Rote Karte, es folgte noch ein Siebenmeter für Fredenbeck zum 31:25-Endstand und dem umjubelten Aufstieg der Gastgeber.


MTV Großenheidorn: Bretz 3, Semisch 1, Buhre 1, Weiß 5/3, L. Ritter, Appel 4, Bausch 1, Nolte 5, Degner 1, Pommer, Hermann 2, Wagner, Schuler, Hornke 3.

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