Trainer und Funktionäre begrüßen den Schritt - auch wenn er weh tut

Handball. Es war nicht überraschend, schließlich hatte der Handballverband Niedersachsen den Schritt angekündigt und die Saison 2020/21 abgebrochen. Endlich habe der HVN mal eine klare Entscheidung getroffen, so das Schaumburger Handballumfeld. Einsam war es nicht, wie schon im November schloss sich der HVN mit den Vereinen und Gliederungen in mehreren Videokonferenzen kurz, um ein Meinungsbild einzuholen. Der Verzicht auf Präsenzveranstaltungen und der kurze Weg per Videokonferenz kamen bei den Vereinen gut an, der HVN will diesen allgemein begrüßten neuen Weg beibehalten. „Vor allem weil wir schnell ein Meinungsbild abgreifen können“, erklärt HVN-Pressereferent Carsten Schlotmann. Dieses Instrument wird vermutlich noch öfter in der näheren Zukunft gebraucht werden. Der Schritt tut weh, tief in der Handballerseele weh, der Amateurhandball will eigentlich nur eines: Endlich wieder spielen.


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Saulius Tonkunas

„Ich habe damit gerechnet, genau die richtige Entscheidung“, sagt Saulius Tonkunas, Trainer des Frauen-Oberligisten HSG Schaumburg Nord. Ihn treibt die Hoffnung voran, die Hoffnung bald wieder in Halle zu kommen und auf einen normalen Spielbetrieb in der neuen Saison. „Wir hoffen dass es bald vorbei ist“, sagt er mit Blick auf die aktuelle Lage und freut sich auf vielleicht bald mal wieder ein Freundschaftsspiel. Obschon, für ihn als neuer Trainer einer Mannschaft sei es auch irgendwie positiv, eine lange Vorbereitungszeit sei da nicht schlecht. Tonkunas würde auch auf Rasen trainieren: „Gerne, wir wollen Spaß haben, zusammen kommen und sich bewegen“.


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Stephan Lux

Stephan Lux, Trainer des Oberligisten MTV Großenheidorn, blickt fragend in die Zukunft und will eigentlich nur endlich wieder spielen. „Es war irgendwie zu erwarten, ich bin mir nur nicht klar über die Folgen“, meint Lux. Die fragende Haltung bezieht sich auf wirtschaftliche aber auch sportliche Fragen wie etwa: Wie ist das mit möglichen Wechseln? „Ich bin gespannt auf die Angebote für die, die spielen wollen. Ich glaube, dass es wirklich wichtig wäre zu spielen“, sagt der Coach. Eine weitere Aufstockung der 3. Ligen durch Aufsteiger aus der Oberliga betrachtet er skeptisch, schließlich müssten die Ligen dann ja irgendwann wieder über viele Absteiger zahlenmäßig auf ihr Soll gebracht werden. Aber die Chance auf einen möglichen Aufstieg in einer Aufstiegsrunde würde er gern wahrnehmen: „Wenn es eine Aufstiegsrunde gibt möchte ich auf jeden Fall spielen“, sagt er und begründet die Aussage mit seinem sportlichen Anspruch.


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Bertrand Salzwedel

Beim Thema Aufstieg in die 3. Liga schlagen zwei Herzen in der Brust von Bertrand Salzwedel vom Arbeitskreis Handball beim MTV Großenheidorn. „Als Sportler sehe ich das genau wie Stephan“, so Salzwedel zum sportlichen Anspruch von Lux. Den Saisonabbruch sei klar, der aktuell von der Regierung vorgegebene Kurs ließe nichts anderes zu, die Infektionszahlen müssten runter. Beim Thema Aufstieg kommt aber neben der sportlichen Sicht auch die des Organisators zum Tragen. „Das muss ganzheitlich entschieden werden. Die Situation prüfen, bewerten und entscheiden“, so Salzwedel und weist auf wichtige Faktoren wie Sponsoren, den nötigen Enthusiasmus im Verein und vor allem die vielen nötigen freiwilligen Helfer hin.


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Andre Steege

„Das ist keine große Überraschung, eine sinnvolle Entscheidung“, kommentiert Andre Steege, Trainer des Oberligisten HSG Schaumburg Nord. Es sei eine lange Zeit ohne Handball. Steege würde sofort auf Rasen trainieren wenn es möglich wird, „allein schon um den Fitnessstand auszugleichen“. Die Wiederaufnahme des Handballbetriebes sei schon allein für die Jugend wichtig. „Ob draußen oder drinnen, wichtig ist, dass man überhaupt was macht“, so Steege.


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Felix Lattwesen

Für Felix Lattwesen, Vorsitzender der HSG Schaumburg Nord, war die Entwicklung schon „bei der Gemengelage“ schon länger klar. „Das sehe ich realistisch, habe mich schon seit Monaten darauf eingestellt“, erklärt der HSG-Chef. An eine mögliche Aufstiegsrunde verschwendet die HSG keine Gedanken, das käme nicht in Frage. Da richtet sich der Blick schon eher auf einen neuen Beachhandballplatz, der in Kooperation mit dem TuS Germania Hohnhorst in Hohnhorst entstehen soll. Der Baubeginn wurde für den März 2021 angesetzt, im Sommer soll er nutzbar sein. „Der soll unabhängig von Corona dauerhaft etabliert werden“, verkündet Lattwesen. Bei planmäßiger Fertigstellung bietet der Platz die Möglichkeit, die lange Handballpause sowohl im Jugend- als auch im SeniorInnenbereich mit Turnieren zu überbrücken.


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Julian Frädermann

"Wir begrüßen den Abbruch sehr, haben schon bei den Meetings dafür plädiert", sagt Julian Frädermann, sportlicher Leiter beim Oberligisten HV Barsinghausen. Man schaue jetzt Stück für Stück nach vorn, so Frädermann. Irgendwelche Aktivitäten in Richtung Turniere oder Veranstaltungen seien im Moment nicht im Gespräch, man werde das dann unter Umständen mit der Mannschaft klären, so Frädermann, der die Entscheidung noch einmal ausdrücklich begrüßte.

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