Handball. Giovanni Di Noto hat sich als junger Mann einen Virus eingefangen, der ihn bis heute nicht verlassen hat: den Handballsport. Während der Zeit als Jugendfußballer nahmen ihn seine Freunde, allesamt Handballer, mit zum Handball und so wechselte Di Noto in eine Sportart, die den Geschäftsmann nicht mehr loslässt.
Dabei hat der 50jährige verheiratete und zweifache Vater eigentlich kaum Zeit für intensive Tätigkeiten außerhalb seines Berufes. Der Augenoptiker- und Hörgeräteakustikermeister hat mit Ehefrau Christina, staatlich geprüfte Kosmetikerin, Geschäfte in Bückeburg und Bad Eilsen. Und dennoch, mit der Saison 2018/19 sitzt Di Noto nach längerer Pause wieder als Trainer auf der Bank, betreut die zweite Mannschaft des Regionsoberligisten VfL Stadthagen.
Zu seiner aktiven Zeit spielte Giovanni als Kreisläufer beim MTV Obernkirchen. Durch die damals starke Einbindung der Jugend in die Erste Herren machte Di Noto den Aufstieg des MTV in die Regionalliga mit, es war sein sportlich größter Erfolg. Er selbst zählt sich nicht zu den damaligen Leistungsträgern, er gehörte dazu und fühlte sich in der Mannschaft wohl, feierte die Erfolge mit.
In die Rolle eines Trainers kam Di Noto durch eine Erkrankung, die eine Fortsetzung der aktiven Karriere unmöglich machte. Die Erlangung einer Trainerlizenz hatte er schon länger im Auge, jetzt war die Gelegenheit da, den Wunsch in die Tat umzusetzen. Die erste Station als Coach war Bückeburg, dort begann er als Trainer einer D-Jugend. Es folgte der Wechsel nach Obernkirchen.
Beim MTV installierte er eine Damenmannschaft, der Stamm dazu kam aus einem A-Juniorinnenteam. Der Wechsel in den Herrenbereich vollzog Di Noto mit einem zweijährigen Engagement beim Oberligisten VfL Bad Nenndorf. Diese Zeit blieb besonders in seiner Erinnerung, zum einen wegen der Erfolge, zum anderen wegen des ihm dort entgegengebrachten Respekts. Seine sportliche Heimat blieb Obernkirchen, insbesondere die Regionalliga-Zeiten mit 550 bis 600 Zuschauern bei den Heimspielen blieb im Gedächtnis.
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Die Verbindung zu Obernkirchen war immer da, wenn nicht als Spieler oder Trainer brachte sich Di Noto mit Übernahme von anderen Aufgaben ein. So arbeitete er im Vorstand mit oder als Hallensprecher. Dann folgte ein trauriger Abschnitt in der Geschichte des Handballs beim MTV. Der Versuch eines Neuaufbaus durch das Anwerben von Spielern mit teils sehr hohen Summen scheiterte aus seiner Sicht schnell. Es folgte eine Zeit ohne Engagement im Handball, die Mitte des vergangenen Jahres ein Ende fand.
Das Angebot, die zweite Herrenmannschaft des VfL Stadthagen zu übernehmen, reizte ihn. Er trat die Nachfolge von Arno Skwirblies an, fand eine hohe Trainingsbeteiligung und viel Ehrgeiz in der Mannschaft vor. „Wir wollen eine junge zweite Mannschaft nicht vor sich hindümpeln lassen, sondern ihnen vernünftig Handball beibringen“, sagt Lukas Tadge, Teamsprecher der Ersten Herren und stellvertretender Spartenleiter beim VfL. Beim VfL wird viel durchgemischt, von den A-Junioren über die Zweite bis zur Ersten Herren. „Ich wünsche mir einen starken Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und hoffe, daran in 2019 noch mehr arbeiten zu können“, erklärt Di Noto.
Heiko Wilkening, Trainer der Ersten, kennt Di Noto seid 25 Jahren und schätzt ihn sehr. „Ich finde das klasse, seine Art der Mannschaftsführung und sie mitzunehmen auf den Weg“, so Wilkening. Beide konstatierten eine hohe Übereinstimmung in der Wahrnehmung von Spielen und deren Beurteilung. „Es soll ein harmonisches Miteinander werden“, meint Di Noto.
Als sein kuriosestes Handball Erlebnis beschreibt Di Noto ein Spiel mit dem VfL Bad Nenndorf beim VfL Wittingen. Dort wurde ihm ein Krug Bier aus den Reihen der Zuschauer über den Kopf gegossen. Das Spiel wurde unterbrochen und erst fortgesetzt werden, nachdem zwei Ordner neben Di Noto platziert wurden um ihn vor weiteren Bier-Duschen zu bewahren.