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VORJAHRESFINALE ZWISCHEN SC AUETAL UND FC HEVESEN MÖGLICH

TEXT: ERNST SIEPMANN/FOTOS: ARCHIV

Fußball. Kreispokal – dies Zauberwort entzückt die Fußballfans in Schaumburg. Es steigt die Spannung, je näher es Richtung Finale geht. Wer schon im Halbfinale steht, möchte natürlich auf die ganz große Bühne, es bis ins Endspiel schaffen, das Pfingstsamstag (27. Mai) in Lindhorst ausgetragen wird. Doch derzeit ruht der Fokus auf den Halbfinalspielen. Da schallen Jubelschreie über die Äcker und fließen Tränen bei denen, die gescheitert sind. Wie sagte SV-Engern-Trainer Marco Gregor einmal? „Wenn man schon ausscheidet, dann lieber in der ersten Runde. Je weiter du kommst, desto mehr schmerzt es, wenn der Gegner dich rauskegelt.“


Bildergalerie (14 Bilder):

Impressionen aus den Halbfinals und Finale 2022


Wer schafft es ins Finale? Am heutigen Dienstag erwartet der SC Auetal den SV Engern (19.30 Uhr, Sportplatz an der Obersburg, Rehren A/O). Morgen, Mittwoch ermitteln der ETSV Haste und FC Hevesen, wer der Finalgegner sein wird (19.30 Uhr, ETSV-Sportplatz in Haste). Das Dienstagsspiel pfeift Tim Wieggrebe (TSV Algesdorf), tags darauf ist Maximilian Renner (Rot-Weiß Stadthagen) der Schiedsrichter. Wir hörten bei den Trainern nach, wie sie den Saisonverlauf ihrer Mannschaft und den jeweiligen Gegner sehen.



Thomas Reh

Trainer SC Auetal seit Sommer 2021. Wohnt in Hannover-Großbuchholz. Stammt eigentlich aus Schleswig-Holstein, daher die ersten Spielerstationen beim Heider SV und Itzehoer SV in der damals dritthöchsten Liga. Wechselte zu Arminia Hannover mit Karrierehöhepunkt 2. Bundesliga, seinerzeit in Nord- und Südstaffel geteilt. Erste Trainerstation beim TSV Kolenfeld (Bezirksliga). Später in vielen bekannten Vereinen Trainer, unter anderem beim SV Obernkirchen, FC Stadthagen, 1. FC Wunstorf und in Westfalen bei Rot-Weiß Maaslingen.

„Die längste Zeit war ich jedoch Trainer im Leistungsbereich von Hannover 96, trainierte die U15/U16, dreizehn Jahre lang. Einer damals im Jahrgang war Jan-Frederik Meier, der seit vielen Jahren beim SC Auetal zu Hause ist. Er erinnerte sich an mich. Nach reiflicher Überlegung entschloss ich mich: Machst du das einfach mal. Aber ich musste umdenken, denn die Kreisliga tickt anders.

Ob ich mit dem Saisonverlauf zufrieden bin? Der Zwischenstand spricht für sich. Wir sind Tabellenführer, stehen im Halbfinale. Aber die sportlichen Erfolge sind nicht immer alles. Es muss mir Spaß machen. Ich muss als Trainer diesen Spaß auch überbringen und erwarte von den Spielern einiges. Es ist ein Geben und Nehmen.

Ich musste die Erfahrung machen, dass Spiele gegen den SV Engern immer sehr eng waren. Natürlich spielt auch eine Rolle, dass Marco Gregor lange Jahre Trainer im Auetal war. Es ist eine positive Rivalität, die sich im Kreispokal-Halbfinale nun steigert. Den SV Engern kenne ich nur aus Spielen gegen Auetal. Andere Partien gucke ich mir ganz selten an. Bitte bedenkt, deswegen aus Hannover rüberzukommen ist auch etwas weit. Gelingt ein Weiterkommen nach 90 Minuten, ist das wunderbar. Siegen wir im Elfmeterschießen, nehmen wir das auch gern mit. Aber der SV Engern ist eine Mannschaft, die nie aufgibt und ihre Chance bis zur letzten Minute suchen will. Es wird ein typisches Pokalspiel. Spannung pur!“



Marco Gregor

Trainer SV Engern seit Dezember 2019. Geboren in Rinteln. „Aber irgendwann bin ich nach Engern ins Exil gezogen“, so der Coach, der nun wieder in Rinteln lebt. Fußballjugend beim SV Engern, anschließend kurz im Herrenbereich der Enger‘schen. Verletzungen sorgten für ein frühes Ende der Spielerlaufbahn. Zehn Jahre Jugendtrainer SV Engern, dann VfB Rinteln, SV Obernkirchen II, TSV Krankenhagen, SV Obernkirchen, TSV Algesdorf, SC Auetal, kurzzeitig Victoria Lauenau. Etliche überraschende Aufstiege, u.a. mit dem SVO in die Bezirksliga. Gregor gewann viermal den Kreispokal: Als A-Jugendspieler in Niedernwöhren („Gegner weiß ich nicht mehr!“), als Trainer mit der A-Jugend vom SV Engern (gegen Deckbergen-Schaumburg), im Herrenbereich mit TSV Algesdorf (gegen Enzen) und SC Auetal (gegen SV Engern, damals noch auf der anderen Trainerbank).

„Es gilt die Frage, ob ich mit der Saison zufrieden bin. Nun ja, wir haben immer eine Delle in der Leistung, aber am Ende läuft es dann ganz ordentlich. Trotz der aktuellen Erfolgsserie bin aber nicht zu hundert Prozent zufrieden. Ich habe das Gefühl, dass in der Mannschaft noch mehr Potenzial schlummert, als wir dauerhaft abrufen. Drücken wir es humorvoll aus: Das einzige Konstante ist beim SVE die Inkonstante! Vielleicht bin ich aber auch zu kritisch. Mir gegenüber und habe höhere Ansprüche an die Mannschaft und mich selbst. Aber wenn wir im Endspiel der Rintelner Stadtmeisterschaft standen, die Endrunde des Hallen-Masters erreichten, nun im Pokalhalbfinale stehen, so ist es eine sorgenfreie Saison, die irgendwo im Mittelfeld der Liga endet. Eigentlich nicht schlecht für Engern!

Blicken wir auf den Gegner SC Auetal, so hat Thomas Reh die Truppe in den letzten beiden Jahren richtig nach vorne gebracht. Ich finde nicht, dass sie die Sterne vom Himmel spielen. Aber sie sind super organisiert, gnadenlos effektiv mit Philip Dunkley und lassen eine klare Struktur erkennen. Es ist schwer, sie zu knacken. Aber im Fußball ist nichts unmöglich.

Dass dieses Spiel für uns auswärts stattfindet, scheint mir kein Nachteil. Die Fanlager von beiden Clubs sind reisefreudig. Alle fahren mal eben über den Berg, egal ob nun in diese oder in jene Richtung. Ich rechne mit großem Zuschauerzuspruch. Auch machen uns die schlechten Platzverhältnisse beim SC Auetal nicht unruhig. Meine Prognose. Es wird ein enges Höschen. So eng, wie es mir am Po von Jennifer Lopez wünsche. Ach so, gewünschter Endspielgegner, sollten wir ins Finale kommen. Eindeutig der FC Hevesen. Gegen den habe ich, egal mit welcher Mannschaft, immer gewonnen.“



Benjamin Mendrek

Trainer ETSV Haste seit September 2022. Wohnt in Haste. Früher Spieler beim SV Dedensen, ganz lange beim TSV Horst (Raum Garbsen), seit 2014 Spieler beim ETSV Haste. War die vereinsinterne Wunschlösung, als sein langjähriger Vorgänger den Rücktritt bekannt gab. Sieht sich als Underdog unter den erfahrenen Trainern der verbliebenen Mannschaften.

„Wir stehen immer noch auf einem Abstiegsplatz, den wir natürlich verlassen wollen. Sicherlich sind wir mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden und hatten uns ausgerechnet, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Dennoch haben wir den Abstiegskampf angenommen. Ich bin guter Dinge, dass wir in unserer aktuellen Verfassung die Klasse doch noch halten können.

Mit dem FC Hevesen treffen wir auf ein ausgeglichenes Team. Sie spielen einen super Mix aus Offensive und Defensive. Das sieht man auch am aktuellen Torverhältnis. Es hält sich fast die Waage. Hevesen ist ganz schwer zu bespielen. Die haben eine gute Abwehrarbeit, weil sie in den Mannschaftsteilen super gut arbeiten. Hervorzuheben ist sicherlich die Offensive um Alexander Wellschmidt, der auch bester Torjäger des FC Hevesen in der aktuellen Runde ist.



Denis Reinhardt

Trainer beim FC Hevesen seit Sommer 2018. Gebürtiger Hannoveraner, wohnt seit 1997 in Deckbergen. Früher Spieler bei Stern Misburg, TSV Friesen Hänigsen bei deren erfolgreichen Zeiten, HSC Hannover, Linden 07, Preußen Hameln und Union Minden. Trainer beim TuS Almena, TSV Krankenhagen, Jugendtrainer Spielgemeinschaft Blau-Rot-Weiß.

„Vorweg zum Kreispokal. Es lohnt sich, dieses Thema in den Fokus zu rücken. Wir hatten das Glück, dass wir im letzten Jahr im Pokalfinale dabei waren. Gerade solche Pokalspiele, schon ab dem Viertelfinale, gelten als etwas besonders. Jeder der dies miterlebte, ob nun als Spieler oder Fan, will solch ein Ereignis gerne wieder mitnehmen.

Als Saisonziel wollten wir als FC Hevesen im oberen Tabellendrittel mitspielen und im Pokal so weit wie möglich kommen. Bis jetzt haben wir das erreicht beziehungsweise sind auf einem guten Wege. Leider haben wir in den letzten Ligaspielen nicht so viel gepunktet. Aber der jüngste Sieg über Bückeburg II gibt Selbstvertrauen. Unter dem Strich sehe ich uns absolut im Soll und bin zufrieden.

Gegner ETSV Haste gilt als Mannschaft, die viel über das Team kommt, über das Kollektiv. Ein unbequemer Gegner, der sich nie aufgibt. Der körperlich alles reinhaut und um jeden Zentimeter fightet. Mit Maximilian Schmidt, einem abschlussstarken Linksfuß, und insbesondere Mattis Koch als Denker und Lenker im zentralen Bereich haben sie außergewöhnliche Spielertypen. Die letzten Auftritte zeigten, dass der ETSV an den Klassenerhalt glaubt. Das macht die Sache am Mittwoch nicht einfacher. Aus dem Hinspiel, dass wir mit 1:0 zu Saisonbeginn gewonnen hatten, wissen wir, es wird eine ganz schwere Aufgabe. Wir nehmen den Gegner ernst und rechnen mit einem Duell auf Augenhöhe. Die Tabellensituation spielt keine Rolle. Gerade Haste zu Hause bedeutet: Hartes Pflaster, schweres Geläuf. Doch wir sind vorbereitet und hoffen, dass wir den Einzug ins Finale schaffen. Aber es wird eine Mammut-Aufgabe!“

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