TUS JAHN LINDHORST BEZWINGT KIRCHDORF TROTZ VERLETZUNGSSORGEN
FOTOS/TEXT: SVEN UNRUH
Lindhorst. Der TuS Jahn Lindhorst hat sich am Sonntag in der Bezirksliga für die deutliche 2:7-Niederlage am vergangenen Dienstag beim SC Rinteln rehabilitiert. Im Duell zweier Mannschaften, die sich in dieser Saison voraussichtlich eher nach unten orientieren müssen, setzte sich die Mannschaft von Trainer Ricardo Diaz Garcia verdient mit 2:1 (1:1) gegen den TSV Kirchdorf durch und sammelte damit wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
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Dabei gingen die Lindhorster mit dem sprichwörtlich letzten Aufgebot in die Partie. Nach Dustin Jung, der seinen vierten Kreuzbandriss erlitten hat, Luis Othmer (Bänderdehnung) und Jan-Luca Pittelkow (Innenbandriss im Knie) musste kurzfristig auch Jasper Reese passen. Reese verletzte sich bereits beim Aufwärmen. Fabio Schütte rückte deshalb aus dem Sturm ins defensive Mittelfeld.
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Trotz der schwierigen personellen Situation übernahm der TuS Jahn von Beginn an die Kontrolle. Die Gastgeber waren spielbestimmend und erspielten sich mehrere gute Möglichkeiten, um früh in Führung zu gehen. Das Verletzungspech blieb den Lindhorstern allerdings auch während der Partie treu. In der 21. Minute zog sich Daniel Aust nach einem Zusammenprall eine Platzwunde am Kopf zu. Der Verteidiger biss jedoch auf die Zähne und kehrte anschließend mit einem improvisierten Turban auf den Platz zurück. Wie aus dem Nichts gingen dann die Gäste in Führung. In der 35. Minute gelang es der Lindhorster Defensive nicht, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu befördern. Torben Wagner nutzte die Gelegenheit und traf aus 16 Metern. Sein Schuss prallte vom linken Innenpfosten ins Netz – 0:1.
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Die Antwort der Gastgeber ließ allerdings nur eine Minute auf sich warten. Miles Sydow drang in den Kirchdorfer Strafraum ein und scheiterte zunächst am Torwart. Der abgewehrte Ball landete bei Arschia Jamshedi, der den Ball zurück zu Miles Sydow spielte. Dieser legte anschließend für seinen Bruder Jan-Malte auf, der aus elf Metern zum 1:1 einschob. Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielverlauf wenig. Lindhorst blieb die spielbestimmende Mannschaft, agierte im letzten Drittel allerdings häufig zu ungenau und verpasste es dadurch, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Aber auch Kirchdorf hatte seine Möglichkeiten. Vor allem Refahi und Kolter sorgten für Gefahr, doch auch die Gäste konnten ihre Chancen nicht nutzen.
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In der 79. Minute folgte der nächste Schock für den TuS Jahn. Lennox Unruh knickte bei einem Zweikampf im Strafraum um und musste kurz darauf verletzt ausgewechselt werden. Doch die Gastgeber ließen sich davon nicht entmutigen und belohnten sich wenig später für ihren Aufwand. Erneut setzte sich Miles Sydow im Strafraum durch und kam zum Abschluss. Wieder konnte der Kirchdorfer Torhüter den Schuss abwehren. Auch der Nachschuss von Vincent Unruh prallte zurück. Schließlich landete der Ball bei Elias Kohnert, der die Übersicht behielt und zum viel umjubelten 2:1 traf. Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff.
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„Die Jungs gehen aktuell auf dem Zahnfleisch. Wir müssen mit den 11 bis 12 Spielern, die wir haben, klarkommen“, beschrieb Trainer Ricardo Diaz Garcia die angespannte personelle Situation nach der Partie. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war der Coach trotz der zwischenzeitlichen Probleme zufrieden: „Von den Chancen würde ich sagen, dass der Sieg auf jeden Fall verdient war. Gerade in den ersten Minuten hatten wir zwei oder drei hundertprozentige Chancen.“
Diaz Garcia erinnerte dabei auch an die vergangene Woche: „Und dann läufst du wieder der Musik hinterher, so wie letzte Woche. Aber die Jungs haben sich aufopferungsvoll reingeschmissen und sind wieder zurückgekommen, trotz des Rückstands.“ Gleichzeitig hätte sich der Trainer einen weniger nervenaufreibenden Spielverlauf gewünscht: „Ich finde, dass man es in Zukunft vielleicht nicht so spannend machen muss. Aber es war ein ganz wichtiges Spiel. Es waren ganz wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten.“ Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Am kommenden Sonntag muss der TuS Jahn beim FC Bad Pyrmont Hagen antreten. Nach einem Spiel, bei dem sich auf der Lindhorster Bank gefühlt mehr Gehhilfen als Fußballschuhe befanden und weitere Verletzte hinzugekommen sind, dürfte Trainer Diaz Garcia in den kommenden Tagen vor allem als Improvisationskünstler gefragt sein. „Jetzt müssen wir in der Woche unsere Wunden pflegen“, brachte es der Trainer treffend auf den Punkt.
TuS Jahn Lindhorst: Krause, L. Unruh, J. Sydow, M. Sydow, V. Unruh, Blaser, Aust, Reese, Kohnert, Schütte, Holz (Lanz, Evers, Sennholz, Wedemeier, Hauser, Jamshedi).






























































