+++ LSV Rinteln schiebt sich in der Gesamtwertung noch auf Platz sechs vor +++
Segelfliegen. Nachdem am Samstag für die Bundesliga-Piloten deutschlandweit witterungsbedingt Nichts ging, fand am Sonntag in der 19. und letzten Runde der Segelflug-Bundesliga ein packendes Saison-Finale statt. Am Ende belegten die Piloten des LSV Rinteln in der Tageswertung den sechsten Platz und schoben sich in der Gesamtwertung noch auf Platz sechs vor.
Am Sonntag um Punkt 12 Uhr starteten die Rintelner Piloten angeführt von Reinhard Schramme und Co-Pilot Rolf Bödeker das Rennen. Zunächst kämpften sich die LSV-Piloten gegen den Wind nach Westen vor, um dann auf einem möglichst langen Streckenabschnitt den Rückenwind auszunutzen. Durch den Wind reihten sich die Aufwinde regelrecht zu Aufwindstraßen auf, so verloren die Piloten kaum Höhe im Geradeausflug und mussten nur selten Kreisen, um Höhe zu gewinnen.
Bis an die Elbe im Landkreis Lüchow-Dannenberg flog das Duo Schramme/Bödeker. Adrian Glauner mit Co-Pilot Norbert Siebert, Gero Kuhlmann und Ulrich Kaiser wendeten in Uelzen. Frerk Frommholz, der das gute Wetter für einen Flug über 1019 Kilometer nutzte und hierfür extra als Startpunkt den Flugplatz von Hodenhagen gewählt hatte, hielt sich weiter südlich und wendete in Gardelegen in Sachsen-Anhalt. Ganz auf Sicherheit – eine Außenlandung sollte auf jeden Fall vermieden werden – war Wilhelm Wielage unterwegs, er wendete bereits bei Hodenhagen.
Die schnellsten zweieinhalb Stunden konnte einmal mehr das Duo Reinhard Schramme und Rolf Bödeker für sich verbuchen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von 145 km/h brachte für die Wertung 129,47 Geschwindigkeitspunkte. Bei der Umrechnung von Geschwindigkeit in die entsprechenden Punkte fließt ein Flugzeugfaktor mit ein. Zweitschnellste Piloten waren Adrian Glauner mit Co-Pilot Norbert Siebert mit 134,31 km/h (124,08 Geschwindigkeitspunkte) gefolgt von Frerk Frommholz mit 141,46 km/h. Zwar war Frommholz schneller als Adrian Glauner, musste aber aufgrund des genutzten Flugzeuges einen höheren Reduzierungsfaktor in Kauf nehmen, und erflog 120,65 Geschwindigkeitspunkte.
Nach der Landung begannen die spannendsten Stunden in dieser Bundesliga-Saison. Konnte man sich in den Top-Ten behaupten oder vielleicht noch ein oder zwei Plätze gutmachen? Erst sehr spät am Abend, die Piloten waren längst zuhause und verfolgten am heimischen PC, wie sich mit jedem noch eingereichten Flug die Platzierungen änderten, konnten die Piloten des LSV Rinteln jubeln.
Mit 374,19 Geschwindigkeitspunkten flogen die Rintelner in der letzten Runde der Bundesliga-Saison 2018 auf Rang sechs und freuten sich über 15 Punkte für die Gesamtwertung. Nur 0,01 Punkte trennte sie von Rang fünf, der der FCC Berlin belegte, und nur 0,07 Punkte besser als der LSV Rinteln war der LSV Burgdorf auf Platz vier. „Ein tolles Finale mit super Wetter, schönen Flügen und spannenden Rennen sowie einem äußerst knappen Ausgang“, freute sich Karsten Fahrenkamp, 1. Vorsitzender des LSV Rinteln. Den Rundensieg holte sich die LSG Bayreuth mit 388,27 Geschwindigkeitspunkten vor der FG Wolf Hirth mit 383,06 Punkten. Dritter wurde der AC Lichtenfels mit 376,05 Speedpunkten, keine zwei Speedpunkte mehr als der LSV Rinteln auf Platz sechs.
Neuer Deutscher Meister ist die LSG Bayreuth mit insgesamt 262 Punkten, nur zwei Punkte dahinter der LSR Aalen mit 260 Punkten. Platz drei geht an die FG Schwäbisch Gmünd mit 219 Punkten. Der LSV Rinteln beendet die Saison als bester Nordclub auf Rang sechs mit 174 Punkten, und hat damit das selbst gesteckte Ziel – eine Platzierung unter den besten zehn – erreicht. „Alle unsere Piloten, auch die, die es nicht immer in die Wertung geschafft haben, und auch die ganzen Helfer haben eine wirklich gute Saison abgeliefert, wenn wir bedenken, mit welchem Wetter wir manchmal zu kämpfen hatten. Da war es manchmal nicht leicht, die Truppe zu motivieren. Aber wir sind hochzufrieden mit dem sechsten Platz. Alles ist unfallfrei über die Bühne gegangen und jetzt können wir es die letzten Tage in dieser Flugsaison etwas ruhiger angehen lassen“, zieht Karsten Fahrenkamp ein erstes Fazit zur Bundesliga-Saison.
Mit dem LSV Burgdorf auf Rang neun (159 Punkte) beendet ein zweiter Niedersächsischer Verein die Saison unter den Top-Ten. Die FV Celle landet in der Schlusstabelle auf dem 21. Platz mit 119 Punkten. Der AC Braunschweig schafft um Haaresbreite den Klassenerhalt mit 115 Punkten auf Rang 23. Ganze 4,79 Geschwindigkeitspunkte haben die Braunschweiger in der ganzen Saison mehr erflogen als ihr Verfolger der AC Ansbach, der damit in die 2. Liga absteigt. Somit ist der LSV Oldenburg Bad Zwischenahn einziger Absteiger aus Niedersachsen. Dafür steigen aus der 2. Bundesliga der LSV Gifhorn und die LSG Fallersleben in die 1. Liga auf.