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„Eigentlich sind es zwei Sportarten“

Der 58jährige Bad Nenndorfer Jürgen Löffler hat den Handballsport zu seinem Beruf gemacht. Beim Handballverband Niedersachsen bildet der Vater eines Sohnes Trainer aus.

Er selbst sitzt gleich zweimal auf der Bank, zum einen als Trainer der Oberliga-Männer des HV Barsinghausen, zum anderen als Verantwortlicher auf der Bank der Frauen-Regionsoberliga-Mannschaft des HV.

Als Aktiver stand er im Tor des VfL Bad Nenndorf, spielte unter anderem in der Oberliga in Hannover-Herrenhausen. Seine sportliche Karriere beendete Löffler in den achtziger Jahren in Barsinghausen. Noch als Spieler absolvierte er die Ausbildung zum Trainer. Seine ersten Stationen waren Jugendmannschaften, schnell folgte eine Frauenmannschaft in Barsinghausen. In den folgenden Jahren folgten Engagements in verschiedenen Herrenmannschaften, oft auch zwei Teams gleichzeitig. Mannschaften aus Barsinghausen, Stöcken, Stadthagen und Waltringhausen gehörten zu seinen Stationen als Trainer. Eine weitere, in Erinnerung gebliebene Zeit war die als Trainer der Frauenmannschaft vom VfL Bad Nenndorf in der Oberliga.


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Die sportlich spannendste Zeit verbrachte der Nenndorfer als Trainer des Zweitligisten Eintracht Hildesheim. Dort trug er eineinhalb Jahre die Verantwortung auf der Bank. Auch die rund acht Jahre als Trainer der Frauenmannschaft vom SC Germania List waren für Löffler eine anspruchsvolle und interessante Zeit.

„Spannend und abwechslungsreich“, so beschreibt der Coach die Arbeit als Trainer im Handballsport. Einen großen Unterschied zwischen Frauen- und Männerhandball sieht Löffler in der Spielweise. „Es sind einfach zwei verschiedene Sportarten“, meint Löffler schmunzelnd. Frauen würden schneller spielen, aber häufiger Fehler machen. Männer gingen körperlich deutlich mehr zu Sache. Im Umgang findet er keinen Unterschied beim Training. „Wenn Männer zickig werden ist es fast schlimmer, als wenn Frauen dies tun“, sagt Löffler scherzhaft.

Grundsätzlich hat sich der Handball aus seiner Sicht im Lauf der Jahre verändert. „Er ist immer schneller geworden, heute muss man mehr auf Ausdauer, Schnelligkeit und Körperlichkeit achten als früher“, blickt Löffler auf die Entwicklung. Im Bereich der Jugendarbeit sieht er aus Sicht des Trainers die Schwierigkeit, im ländlichen Raum genügend Nachwuchs zu bekommen und zu halten. Einen Lösungsansatz dafür sieht er darin, die Kinder schon in den Grundschulen abzuholen. Dazu gehört eine gute Trainerausbildung, um auch ein qualitativ gutes Training anbieten zu können.

In den älteren Jahrgängen besteht häufig das Problem, die jungen Spielerinnen und Spieler nicht zu halten sind. „Auch die nötige Häufigkeit des Trainings ist meistens nicht zu leisten“, sagt Löffler, der sich selbst erst bei älteren Jugendlichen wohl als Trainer wohl fühlt. Es müsse den Vereinen gelingen die Kinder durch Vermittlung von Spaß am Sport und einem guten Training zu binden, so Löffler.

Seine größten Erfolge als Trainer sind für Löffler zwei Titel als Niedersächsischer Meister mit Barsinghausen, der in der vergangenen Saison wiederholte Aufstieg in die Oberliga und die Zeit in der zweiten Liga. Als Nahziel definiert Löffler den Aufstieg mit den Frauen in die Landesliga, in der Oberliga soll es mit den Männern ein guter Tabellenplatz werden.

Im Lauf der Jahre hat der Coach einiges erlebt, als besonders kurios blieb ein Frauenspiel der HSG Nienburg gegen Barsinghausen im Gedächtnis. Dieses endete für ein Handballspiel mit einem recht ungewöhnlichem Ergebnis: Endstand 3:4, Halbzeit 2:2. Besonders auffällig sei der Schiedsrichter gewesen, erinnert sich Löffler. Dessen Leistung war offenbar so schlecht, dass sich eine Nienburger Spielerin nach der Schlusssirene zu einer „sehenswerten“ Aktion hinreißen ließ. Sie nahm regelrecht Anlauf und trat dem Schiedsrichter, der sich gerade über den Zeitnehmertisch beugte, mit Schwung in den Allerwertesten. „Handballtrainer ist ein Beruf, in dem man was erlebt, der abwechslungsreich und spannend ist“, resümierte Löffler seine bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse.

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